Amorgos (Insel Griechenland)

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Amorgos ist eine der vergessenen Kykladen-Inseln in Griechenland. Sie ist noch weitgehend unberührt. Amorgos ist einer der Gründe, warum ich auch heute noch gerne auf die Kykladen fahre. Mittlerweile muss man schon etwas suchen, um einen mehr oder weniger unberührten Flecken zu finden. Wenn man einen entdeckt, ist die Freude umso größer.

Amorgos ist nicht gerade klein – 128 km² – aber es leben nur etwa 2000 Menschen dort. Die Insel ist ziemlich nah an Naxos und Ios, man fühlt sich trotzdem wie in einer anderen Welt. Versteht mich nicht falsch. Ich habe nichts gegen zum Beispiel Naxos, ab und zu habe ich halt mal Bedarf nach Ruhe. Wenn ich reise, will ich gern auch mal Zeit für mich selbst haben; Zeit zum Nachdenken, träumen. Auf Naxos oder Ios geht das kaum. Amorgos dagegen ist ein ziemlich guter Ort, um die Seele baumeln zu lassen. Dort liegt der sprichwörtliche Hunde begraben.

The Big Blue

Die meisten Leute fahren nicht wegen der Strände dorthin. Es gibt kaum welche. Dabei halte ich Plakes Beach neben Katapola für einen Geheimtipp. Nun muss man fairer Weise sagen, dass das nicht wirklich ein Strand ist. Eigentlich sind es nur ein paar Felsplateaus. Das Geheimnis ist, obwohl diese Plateaus ziemlich nahe am flachen Hauptstrand des Ortes liegen, ist das Wasser dort so tief ist, dass es fast schwarz ist. Ich bin mir nicht sicher, wie tief es tatsächlich ist, aber mir wurde gesagt, dass ein Teil des Luc Besson Films „The Big Blue“ mit Sean Reno und Jean-Marc Barr in Amorgos gedreht wurde.

Ich finde es einfach großartig. Ich habe allerdings schon viele Leute gesehen, die dort nicht schwimmen gehen wollten, weil sie denken, dass es zu tief ist. Ich persönlich sehe keinen Unterschied, ob das Wasser 3 Meter oder 150 Meter tief ist. Man kann in beiden ertrinken. Zugegeben, ein Megalodon könnte sich in diesem Abgrund verstecken, ohne dass man es merkt.

Apropos gigantische Haie; ich war damals mit ein paar Freunden dort und habe gescherzt, dass man in diesen Gewässern keine Haie findet, die größer als 2 Meter sind. Ich dachte eigentlich, dass es überhaupt keine Haie in der Gegend gibt. Im Bezug auf Fische bin ich nämlich ein Schisser. Ich wurde ich in Thailand sogar von einer Art Aquarienfisch angegriffen und das nur weil ich keine Ahnung habe. Sah harmlos aus. Ich habe seitdem einen Heidenrespekt for Meeresbewohnern.

Ein paar Tage später sah ich ein Bild von einem einheimischen Fischer, der einen Hai hochhielt, der weit über drei Meter groß war. Ich wurde fast ohnmächtig. Und als ich später las, dass sich manchmal sogar weiße Haie verirren und im Mittelmeer landen, war ich überhaupt nicht mehr amüsiert.

Natürlich habe ich überlebt und ich bin immer noch überzeugt, dass die Griechen alles, was im Wasser ist, töten und essen. Der größte Fisch, den ich dort gesehen habe, war eine Art Sprotte.

 

Wandern

Warum würdest du nach Amorgos gehen, wenn nicht wegen der Strände? Ich werde es dir sagen. Es ist ein perfekter Ort zum Wandern. Die Insel ist gebirgig und hat ein paar spektakuläre Wanderwege. Da nicht allzu viele Menschen dorthin gehen, ist es wirklich friedlich.

Von Katapola aus ist eine minoische Ausgrabung ausgeschildert. Ich stehe auf solche Sachen. Da es schon spät am Nachmittag war, habe ich ein paar Einheimische gefragt, wie weit es weg ist. Er sagte die magischen Worte: 5 Minuten. Das hörte sich nicht richtig an, aber ich bin kein Erbsenzähler, also habe ich es versucht.

30 Minuten später fragte ich noch einmal. Selbst nach griechischen Maßstäben waren die 5 Minuten um. Diesmal sagte man mir, noch ein paar hundert Meter. Das klang nicht so schlimm, also ging ich weiter, und weiter, und weiter.

Nach gefühlt drei Stunden, kam ich tatsächlich bei der Ausgrabung an. Es waren wohl ein paar hundert Meter, aber sicher der Straße folgend. Meinten die Scherzkekse Höhenmeter? Vielleicht hatten sie mich einfach nur verarscht. Wert war es die Tour trotzdem.

Die Aussicht von dort war spektakulär. Ich kam kurz vor dem Sonnenuntergang an und man konnte von dort die Küste hinunterschauen. Absolut spektakulär. Vielmehr kann man von so einer Wanderung nicht erwarten. Die Ausgrabung selbst war nicht besonders spektakulär und ich bezweifle immer noch, dass sie minoisch ist, aber ich würde sie jederzeit empfehlen.

Ein weiterer Ausflug, den man nicht verpassen sollte, ist die alte Hauptstadt Chora. Die Hauptstadt ist ein wenig übertrieben, es ist eigentlich ein Dorf. Allerdings ist es ein sehr hübsches Dorf und es scheint ziemlich authentisch zu sein mit wenig Tourismus. Mir hat es ganz gut gefallen.

 

Hozoviotissa

Der Hauptgrund, warum die Menschen nach Amorgos kommen, ist das nahe gelegene Kloster Hozoviotissa. Es ist atemberaubend; in eine Klippe gebaut, die Wände sind mit Porträts gesäumt, die Mönche und wichtige Führer der Vergangenheit darstellen. Und gilt als eines der schönsten Klöster Griechenlands und man hat einen ziemlich coolen Blick auf das Meer. Wer hinein möchte; bitte dran denken, dass dort noch Mönche leben. Lange Hose bzw. langer Rock sind Pflicht.

Sehr empfehlenswert ist es, vom Kloster zum Strand zu laufen. Das dauert etwa 40 Minuten. Das Meer dort unten ist kristallklar.

Der weiterer Grund für die relative Einsamkeit – zumindest im Vergleich zu anderen kykladischen Inseln – ist, dass Amorgos nicht an einer der großen Fährrouten liegt. Man kommt also nicht besonders gut hin.

Die Anreise hat es in sich, zumindest wenn man von Naxos kommt. Dort hat man die Wahl zwischen einer kleinen Fähre (früher war es die Express Skopelitis, falls es dieses Wrack noch gibt) oder einem Flying Dolphin. Die Gewässer zwischen den Kleinen Kykladen-Inseln (Koufonisi, Iraklia, Schinoussa, Keros und Donoussa) und Amorgos sind allerdings ziemlich rauh. Anscheinend treffen dort zwei Strömungen aufeinander. Sagen wir es mal so: Etwa 90 Prozent der Menschen an Bord kotzen sich die Seele aus dem Leib oder scheißen sich in die Hose.

Obwohl die alte Express Skopelitis ein Wrack war, würde ich sie jederzeit dem Flying Dolphin vorziehen. Da sitzt man nämlich einer Blechdose mit lauter Menschen, die sich die Seele aus dem Leib reihern. Bei der Fähre kann man theoretisch an Deck gehen. Das nur als kleinen Tipp. 

 

FAKTEN ÜBER AMORGOS:

  • Amorgos ist Teil der Kykladen-Inselgruppe.
  • Es hat eine Fläche von 126 km² und eine Bevölkerung von ca. 2.000 Menschen.
  • Chora ist der Name der lokalen Hauptstadt.
  • Hauptattraktion ist das Kloster von Panagia.
  • Höchster Berg ist der Berg Chorafakia mit 823 m.

Ein Kommentar

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