Bantry (Irland)

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Bantry ist eine kleine Stadt im Südwesten Irlands. Man könnte sie als das Tor zum Ring of Beara bezeichnen. Den kennen nicht so viele Leute, aber das macht irgendwie auch die Faszination der Beara-Halbinsel aus. Wer den Südwesten Irlands erkunden will, Ist in Bantry genau richtig. Der Ort liegt direkt am Ende der Bucht von Bantry, die Sheep’s Head und Beara trennt.

Diese beiden Halbinseln befinden sich direkt unterhalb von Dingle und Ring of Kerry. Auf der Karte sieht man die vier Finger, die die südwestliche Ecke Irlands bilden. Was sie alle gemeinsam haben, ist ihre landschaftliche Schönheit. Der Hauptunterschied besteht darin, dass es auf dem Ring of Beara – anders als im Dingle und dem Ring of Kerry – eher ruhig ist.

Es ist überraschend schwierig, die Anziehungskraft von Bantry zu erklären. Zunächst ist die Stadt nichts Besonderes. Sicherlich ist der Golf von Bantry spektakulär, aber spektakulär zu sein, ist an der irischen Westküste wirklich nichts Besonderes. Bantry ist günstig gelegen, aber nur, wenn wenn man plant, Sheep’s Head zu besuchen und den Ring of Beara zu umfahren. Wer macht das schon? Für alle anderen Menschen liegt der Ort mitten im Nirgendwo. Überraschend wenige Menschen haben überhaupt von diesen Orten gehört. Warum also nach Bantry gehen?

Es gibt einen Grund; einen sehr guten sogar. Die meisten Menschen haben von Dingle und dem Ring of Kerry gehört. Und sie alle haben gehört, wie atemberaubend schön die Ecke ist. Also gehen sie alle dorthin und mit alle meine ich ALLE.

Der Ring of Kerry in der Hochsaison ist ungefähr so entspannt wie der Berufsverkehr in Dublin. Ich meine, was bringt es, raus in die Wildnis zu fahren, wenn diese voller Menschen ist? Und die meisten dieser Menschen sind auch noch Touristen; genau die Leute, die man sonst bei sich zu Hause trifft. Will man das?

Dabei der Ring of Kerry ist nicht einmal außergewöhnlich schön. Er ist es, aber ich würde nicht sagen, dass er das Beste ist, was Irland zu bieten hat. Auf der eanderen Seite freue ich mich, dass al da hin fahren, da kann ich in Bantry nämlich die Seele baumeln lassen. 

Es gibt nichts Besonderes an der Stadt, aber irgendwie stimmt alles. Es gibt eine Reihe von Hotels und B&B’s, aber als touristische Infrastruktur im Allgemeinen sind sie unauffällig. Man wird sie kaum bemerken. Es gibt ein paar Restaurants rund um den zentralen Platz. Sie sind in Ordnung ohne irgendwie spektakulär zu sein. In der Hauptsache treiben sich dort die Einheimischen rum. Touristen sin willkommen, aber nicht der Grund für ihre Existenz. 

Entsprechend angenehm ist das allgemeine Preisniveau. Vom B&B bis zum Pint an der Bar ist alles viel günstiger als zum Beispiel in Dingle oder Killarney.

Ich gebe zu, dass es in der Stadt selbst nicht allzu viel zu tun gibt, außer sich einfach nur zu amüsieren. Bantry ist der perfekte Ausgangspunkt, um den wilden Südwesten Irlands zu erkunden. Ich würde den Ring of Beara jederzeit dem Ring of Kerry vorziehen. Er ist genauso schön und es gibt viel weniger Verkehr. Die Stadt bietet auch eine authentische Atmosphäre. Sie sehen die Touristen als Gäste an, nicht nur als die Bringer von Reichtum und Einkommen. Das merkt man und es gefällt mir. So soll Irland sein!

 

Einige Fakten also: Bantry liegt technisch gesehen in der Grafschaft Cork, aber die nördlichen Teile von Beara gehören bereits zur Grafschaft Kerry. Die Stadt hat eine Bevölkerung von 3300 Menschen. Der wichtigste Wirtschaftszweig ist derzeit die Muschelzucht. Früher war das allerdings anders. Es gab eine Zeit, in der Öl eine große Rolle spielte.

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Das markanteste Merkmal der Bantry-Bucht ist Whiddy Island. Es schützt die gesamte Bucht vor der brachialen Gewalt des Atlantiks. Das ist gut für Muscheln. Es ist leider aber auch ein idealer Standort für einen Ölhafen.

In den 1960er Jahren wurden immer größere Öltanker für den Transport des Öls aus dem Nahen Osten und Europa entworfen. Diese ultragroßen Rohöltanker waren für jeden normalen Hafen zu groß, so dass die Ölgesellschaften auf die Idee kamen, einen zentralen Ort zu bauen, an dem diese Schiffe entladen werden konnten.

Das Öl wurde gelagert und dann von kleineren Tankschiffen übernommen und an seinen endgültigen Bestimmungsort transportiert werden. Whiddy Island war praktisch ideal. Perfekte Lage, Tiefwasserhafen und keine großen Bevölkerungszentren in der Nähe. Die Anlage wurde 1967 errichtet und 1969 fertiggestellt. Der ursprüngliche Terminal war im Besitz von Gulf Oil.

Am 8. Januar 1979 kam es zur Katastrophe. Der Öltanker Betelgeuse explodierte beim Entladen der Rohöl-Ladung am Terminal. Bei diesem Vorfall kamen 50 Menschen ums Leben. Als Folge davon waren die Fischgründe mehr oder weniger ruiniert und blieben es für lange Jahre. Glücklicherweise explodierten die Lagertanks bei diesem Vorfall nicht.

Das Terminal wurde danach mehr oder weniger aufgegeben. Später wurde festgestellt, dass eine solche Anlage nicht mehr benötigt wurde, so dass sie 1986 an die irische Regierung übergeben wurde. Sie benutzte es dann, um die strategische Ölreserve zu halten.

Während des Golfkrieges 1990 stieg das Interesse an dieser Anlage wieder an. Seit 1996 (offiziell seit 1998) ist Whiddy Island wieder in Betrieb und gehört nun der Conoco Phillips Corporation. Mittlerweile ist der Terminal wieder voll ausgelastet.

 

Buchstäblich nicht zu übersehen ist der massive zentrale Platz von Bantry. Er scheint für eine so kleine Stadt etwas überdimensioniert zu sein. Dafür gibt es eine Erklärung. Früher war das der seichte Hafen. Da ein seichter Hafen etwas nutzlos ist, füllte man ihn mit Land und voila, und so entstand ein massiver Platz in der Mitte der Stadt.

Anstatt darauf Häuser zu bauen, wurde er für die regelmäßige Viehmesse genutzt. Heutzutage wird er hauptsächlich für öffentliche Veranstaltungen und den Wochenmarkt genutzt.

 

Übernachten Bantry

Es gibt ein paar B&B’s am Wasser. Am großen Platz einfach rechts halten. Sie sind alle in Ordnung. Ein Zimmer sollte für 30 Euro zu bekommen sein.

Anreise Bantry

Um nach Bantry zu gelangen, folgt einfach der N71. Verpassen kann man es nicht. Die Straße hat sich in den letzten Jahren verbessert, aber sie ist nicht gerade eine Autobahn. Es gibt Busse von Cork und Killarney aus.


FAKTEN ÜBER BANTRY:

  • Bantry liegt in der Grafschaft Cork in der südwestlichen Ecke Irlands.
  • Bantry ist das Tor zum Ring of Beara und Sheep’s Head.
  • Bantry Bay ist ein tiefer Golf, der sich 30 Kilometer nach Westen erstreckt.
  • Widdy Island schützt den Golf und ist somit ein idealer Ort für die Muschelzucht.
  • Auf Widdy Island gibt es einen großen Ölhafen. Er wurde nach dem „Betelgeuse-Zwischenfall“ aufgegeben, wird aber jetzt wieder genutzt.

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