Maya-Stätte Tulum (Mexiko)

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Tulum ist einer der meist besuchten pro-kolumbianischen Maya-Stätten in ganz Mexiko. Nur Teotihuacán und Chichén Itzá zählen noch mehr Besucher. Im Gegensatz zu Tulum sind die beiden riesig und vor allem, sie sind von sehr viel bedeutender. Warum also Tulum? Die Stätte weder besonders wichtig aus kulturhistorischer Sicht, noch ist sie besonders beeindruckend. Natürlich gibt es eine Erklärung und sie mag den Weltreisenden von Rang etwas überraschen. 

Die Stätte liegt strategisch günstig an einem wunderschönen Strand und – fast genauso wichtig – ganz in der Nähe von Cancún und Playa del Carmen. Damit ist sie eine wunderbare Alibiveranstaltung für Leute, die sich mehr für Sonnenbaden als das kulturelle Erbe der Maya interessieren. In Tulum schlägt man zwei Fliegen mit einer Klappe. Nach Yucatán zu fahren, ohne mindestens eine Maya-Stätte zu besuchen, ist schließlich wie Urlaub in Kairo, ohne die Pyramiden zu besuchen.

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Tulum ist ziemlich übersichtlich. Man kann problemlos einen Tagesausflug von den nahegelegenen Touristenzentren machen, die Stätte erkunden und hat immer noch acht Stunden am Strand. Das Ganze ist zugegebener Maßen nur eine Theorie, für mich jedoch die einzig logische Erklärung, warum es in Tulum so voll ist.

Der Name bedeutet wörtlich übersetzt „ummauerte Stadt“. Der ursprüngliche Name war höchstwahrscheinlich Zama – Stadt der Morgendämmerung. Nach dem, was wir wissen, war die Stadt ein wichtiges Zentrum für die Anbetung des herabsteigenden Gottes. Diese Theorie wird auch durch die Ausrichtung der Gebäude gestützt. Der Ort öffnet sich – bildlich gesprochen – gegen den Sonnenuntergang.

Wie der Name schon sagt, ist Tulum von einer Mauer umgeben. Es steht außer Frage, dass sie zur Verteidigung gegen eine mögliche Invasion diente. Das bedeutet aber nicht, dass die Stadt als Küstenfestung gebaut wurde. Sie diente ursprünglich als Hafen für das nahe gelegene Coba. Nahe gelegen ist zugegebenermaßen relativ. Coba ist immer noch etwa 60 Kilometer entfernt. Zu seinen Hochzeiten war Tulum einer der wichtigsten Handelsknotenpunkte der Maya-Welt.


Die Maya Stätte Tulum

Die Ursprünge von Tulum reichen zurück ins 6. Jahrhundert. Die meisten der Gebäude und Bauten stammen allerdings aus der postklassischen Ära. Das heißt, dass fast alles was man heute sieht, zwischen 1200 und 1450 errichtet wurde. Der Ort wurde im 16. Jahrhundert aufgegeben.

Der Haupttempel (El Castillo) dominiert die gesamte Anlage. Wie die meisten Gebäude ist er nach Westen, also hin zum Sonnenuntergang ausgerichtet. Zu seinen Füßen befinden sich der Tempel der Fresken und das Haus der Säulen. Weitere wichtige Bauwerke sind das Haus der Halach-Uinik und das Haus des Chultum.

Nicht wenige der Gebäude haben Wandmalereien im Inneren. Leider sind sie für die Öffentlichkeit nicht zugänglich, was schade, aber auch verständlich ist. Es ist unmöglich, zum Beispiel Fresko-Wandmalereien vor Vandalismus zu schützen. Man findet Graffiti an den unmöglichsten Stellen. Auf eine Art ist es also enttäuschend aber durchaus nachvollziehbar. Die Fresken sind unersetzlich und es ist leichter den Innenraum für die Öffentlichkeit zu schließen, als ihn zu schützen. Man braucht kein Prophet zu sein, sich die Alternative vorzustellen. Die verbleibenden Teile wären wohl innerhalb weniger Jahre zerstört.

Es ist mehr als wahrscheinlich, dass die Gebäude außen ähnlich dekoriert waren. Der Tempel der Fresken ist in dieser Perspektive besonders interessant. Die Ecksäule ähnelt eindeutig einem Gesicht und gibt Ihnen einen schönen kleinen Eindruck, wie dieser Ort früher ausgesehen hätte.


FAKTEN ÜBER DIE MAYA-STÄTTE TULUM:

  • Die Maya-Fundstelle Tulum liegt auf einer 12 m hohen Klippe mit einem Strand gleich daneben.
  • Der Name wird mit „ummauerte Stadt“ übersetzt.
  • Der ursprüngliche Name war Zama, die Stadt der Morgendämmerung.
  • Die meisten Gebäude, die man heute sieht, wurden zwischen 1200 und 1450 gebaut.
  • Der Haupttempel heißt El Castillo.
  • Es lohnt sich, eine Badehose mitzubringen. Gefühlt ist der Strand das Highlight der Anlage.

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